Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was war denn das für ein Jahr 2020 – und was passiert noch? Als wegen CORONA im April das öffentliche Leben nahezu stillstehen musste, hatte auch ich geglaubt, dass der Spuk in einem halben Jahr vorbei sein wird. Da habe ich mich -und wahrscheinlich manche von Ihnen mit-, jedoch gewaltig getäuscht. Jammern nützt aber nichts und wir müssen aus der Situation das Beste machen. Das fällt uns in vielen Dingen hier auf dem Land leichter, als in den Ballungszentren. Ich glaube aber, dass zu CORONA Vielen erst die Augen so richtig aufgegangen sind, als es direkt bei uns „einschlug“.  

Wir werden vom Thema CORONA geradezu überrollt. Deshalb will ich es damit bewenden lassen und in Kurzform über die Aktivitäten der Gemeinde aus der Sicht des Bürgermeisters über das ablaufende Jahr berichten. Das Leben muss ja weitergehen – wie schon gesagt. Wer darüber hinaus noch Fragen hat, kann sich gerne persönlich bei mir melden oder mir ein Mail schicken.

Mit unseren Baumaßnahmen um die Schule entsteht für die ganze Gemeinde ein neues Zentrum und man kann jetzt schon mehr als nur Umrisse erkennen. Auch wenn wir eigentlich schon bei der Fertigstellung sein wollten, sind die Verzögerungen gar nicht mehr so schlimm. Wir hätten die Anlagen mit dem Haus der Begegnung und Mehrgenerationenplatz wegen Corona sowieso nur sehr eingeschränkt nutzen können, wenn überhaupt. So sind wir zuversichtlich, die Einweihung im ersten Halbjahr 2021 zu feiern.  

Unser Kindergarten wächst und wächst. Die weitere Krippengruppe konnte planmäßig eingerichtet und der Hort für die bis Zehnjährigen wieder in die Schule verlegt werden. Um das Provisorium mit den Containern wieder zu beenden, beginnen wir bald mit den Planungen für den Kindergartenanbau.

Das Nahwärmenetz, das die gemeindlichen Liegenschaften um das Rathaus herum versorgen wird, wurde vergeben. Hackschnitzel aus heimischen Wäldern werden uns ab der Heizperiode 2021/22 Wärme liefern und ersetzen das bisherige Heizöl. Übrigens kann der Betreiber, unabhängig von der Versorgung der gemeindlichen Liegenschaften, auch die Häuser in der Nachbarschaft beliefern.

„Unser Berliner-Flughafen“, die Erneuerung der Kläranlage, hat nun zumindest auf dem Papier alle Hürden genommen. Die Vorarbeiten mit der Verkabelung der umliegenden Stromleitungen haben schon begonnen. Mit den eigentlichen Arbeiten an der Kläranlage selbst soll noch im ersten Quartal 2021 gestartet werden.

Sie als Nutzer interessieren v. a. die auf Sie zukommenden Belastungen. Die lassen sich aber noch nicht quantifizieren, weil die Zusage einer „Förderquelle“ noch aussteht. Auf jeden Fall werden wir -wie versprochen- diese Kosten auf mehrere Jahre verteilen und vermutlich einen Teil mit den Gebühren splitten.

Der Schaukel-Rundweg war vielen Familien in diesem Sommer eine große Hilfe, nicht nur in der Gemeinde, sondern für die gesamte Region, um die Kinder zu beschäftigen. Leider hat der geplante weitere Ausbau mit alternativer größerer Runde etwas warten müssen, weil wir die Kosten auf ein erträglicheres Maß zurückführen mussten. Jetzt geht es aber weiter und ich möchte mich bei allen, die mit Spenden zum Gelingen beigetragen haben und beitragen, herzlich bedanken. Eine weitere Spendenaktion dafür starten wir im neuen Jahr wieder.

In diesem Zusammenhang ist auch die Freizeitanlage zu nennen, die langsam in die Jahre kommt. Viele Geräte und Anlagenteile haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und müssen ersetzt bzw. saniert werden, kostet also Geld. Geld, das wir investieren, weil wir glauben, wieder eine Bewirtschaftung mit Perspektive gefunden zu haben – auch wenn wir CORONA zum Gegenspieler haben.

Die Vorarbeiten für den Brückenbau, d. h. die Verlegung des gesamten Stromnetzes in die Erde mit dem Neubau der Straßenleuchten in Burgweisach, laufen bereits, so dass auch in 2021 die Brücke für den Gemeindeweg durch eine neue ersetzt werden kann.

Auch der Gehweg an der Ühlfelder Straße in Vestenbergsgreuth wird nun realisiert.

Änderungen hat es in unserem Bauhof gegeben: Christian Haack hat Werner Kleinlein, den wir nur ungern verlieren, als Leiter des Bauhofs abgelöst. Unsere besten Wünsche begleiten Werner Kleinlein in seinen Ruhestand. Aber nicht nur wir Menschen werden älter, sondern auch die Maschinen und Geräte. So musste der Bagger ersetzt und ein zusätzliches Fahrzeug angeschafft werden. 

Unsere Straßenbeleuchtung wurde in allen Orten komplett auf LED umgestellt. Dieses neue Licht ist zwar im Vergleich zu bisher farblich nicht optimal. Es spart aber Energie. Ein paar Lücken sind noch zu schließen. Das wird aber mit bevorstehenden Maßnahmen in diesen Bereichen geschehen.

Was steht als Nächstes an? Wir werden uns in den kommenden Jahren z. B. verstärkt der Sanierung unseres zumindest teilweise veralteten Kanal- und Wassernetzes widmen müssen. Dazu laufen die Vorbereitungen, wie z. B. Kamera-Befahrungen. In diesem Zusammenhang sind wir auch gefordert, die Regenrückhaltung zu verstärken und weitere Becken im Gemeindegebiet zu errichten. Einleuchtend ist das nicht immer. Niemand kann aber garantieren, dass Starkregenfälle künftig ausbleiben.

Das schnelle DSL-Internet ist schon in den meisten unserer Haushalte Normalität. Für die „weißen Flecken“ sind die Aufträge aber bereits vergeben und wir hoffen, dass der Netzbetreiber, der allerdings keine zeitlichen Zusagen macht, möglichst bald die Lücken schließt. Geduld scheint aber noch gefordert.

Zwei Haupt-Beschwerdegründe stachen auch in diesem Jahr wieder heraus: Einmal die Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaften. Ist erlaubte Höchstgeschwindigkeit auch immer angemessen? Wir müssen bei fehlender Selbstdisziplin sonst zu Einschränkungen und verstärkter Überwachung greifen.

Der zweite Punkt sind die Verunreinigungen durch Hunde. Es gibt wenige, die Hunde nicht mögen. Die Halter übernehmen für die Tiere und für die Umwelt aber Verantwortung. Wovor sich manche drücken! Deshalb nochmals die eindringliche Bitte, sich auch um die Hinterlassenschaften auf Wegen und Plätzen zu kümmern. Wir werden ansonsten mit Maßnahmen reagieren (müssen). Übrigens: Unser Netz an Hundetoiletten wird ständig ausgebaut und Sie können sich mit weiteren Standortvorschlägen gerne einbringen.

Bedanken will ich mich am Ende eines außergewöhnlichen Jahres bei unserem Gemeinderat, der oft nicht leichte Aufgaben zu bewältigen hat. Namentlich will ich nur die vorhergehenden stellvertretenden Bürgermeister Erwin Teufel und Alfred Winkler herausheben. Diese gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit setzt sich mit den bisherigen und neu gewählten Gemeinderäten und den neuen Bürgermeister-Stellvertretern Fritz Großkopf und Stephan Hertlein nahtlos fort.

Nun steht Weihnachten bevor. Ein Weihnachten, das anders sein wird, als gewohnt. Dieses Weihnachten soll uns neben dem Nachdenken zum Danken veranlassen. Danken besonders für die Menschen um uns herum. Wir haben gemerkt, wie wichtig sie sind. Wie jeder für andere gebraucht wird – und andere braucht.

Weihnachten soll für uns ein Anker in unliebsamen und unruhigen Zeiten bleiben und uns Zufriedenheit finden lassen. Ich wünsche von Herzen, dass das auch bei Ihnen klappt. Hoffen wir, dass wir im Neuen Jahr doch wieder zu „geordneten, normalen Verhältnissen“ zurückkehren können. Wir werden das jetzt bestimmt mehr schätzen. Und – bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister
Helmut Lottes                                
                                                          im Dezember 2020